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Kostolany_-_Die_Kunst_über_Geld_nachzudenken

Description

André Kostolany

Die Kunst über Geld nachzudenken

scanned by ScanButcher corrected by tg+any Tips vom Meister der Börsenspekulation: Was bedeutet Geld für mich

? Und wie lasse ich das Geld anderer Leute für mich arbeiten

? Zu diesen und ähnlichen Fragen nimmt der große Börsenguru André Kostolany in seinem Buch Stellung

Es bietet einen Ausblick auf die Veränderungen und Fehlentwicklungen,

die Chancen und Risiken der Börse im 21

Jahrhundert

Der nicht zuletzt wegen seines geistreichen Witzes berühmte Börsenguru starb 1999 93-jährig in Paris

ISBN: 3548700462 Econ Tb Vlg

München Erscheinungsdatum: 2001

2 Vorwort

Die Börsen – Nervensystem der Marktwirtschaft

132 Geld

136 Geduld

140 Glück

Jahrhundert

»Antizyklisch« lautet das Erfolgsrezept

211 Tipps,

Empfehlungen und Gerüchte

Vorwort Als André Kostolany und ich im Februar diesen Jahres an dem vorliegenden Buch zu arbeiten begannen,

daß es sein letztes Buch sein würde

Dass mein Vorwort aber zugleich ein Nachruf sein würde,

September starb André Kostolany im Alter von 94 Jahren in Paris

Die Folgekrankheiten eines Beinbruchs hatte sein geschwächter Körper nicht mehr verkraftet

Doch in seinen Werken lebt er weiter

Dreizehn Bücher,

einschließlich des vor Ihnen liegenden,

Sie wurden weltweit rund drei Millionen Mal verkauft

Sein größter Wunsch war es,

die Kolumne für die Januar-Ausgabe 2000 noch zu schreiben

»Capital hat es mir garantiert,

aber wer garantiert für Capital«,

hatte er in seiner gewohnt humorvollen Art gesagt

Unzählige Vorträge und Fernsehauftritte absolvierte er in den vergangenen 35 Jahren

Doch egal wo Kostolany auftrat,

ob auf dem Wirtschaftsforum in Davos oder bei der Volksbank Jever,

ob in der Telebörse oder in der Harald Schmidt Show,

er war immer der gewohnt humorvolle,

geistreiche und streitbare Kämpfer für einen sauberen Kapitalismus

Er wurde zum Altmeister der Börse

Wer auf heiße Tipps vom Börsenguru Kostolany wartete,

begann er jeden seiner Vorträge

Tipps gebe es nicht,

sie seien stets der Versuch einer Bank oder einer anderen Interessengruppe,

irgendeine Aktie beim Publikum abzuladen

Ratschläge gab er in den Jahren seines journalistischen Wirkens hingegen viele

Der berühmteste war wohl,

Schlafmittel zu kaufen,

dann eine Palette internationaler Standardwerte zu kaufen und ein paar Jahre zu schlafen

Wer diesen Rat beherzigte,

erlebte die von ihm zuvor prophezeite angenehme Überraschung

Den weisesten seiner Ratschläge gab er jungen Eltern: »Investieren Sie in die Ausbildung ihrer Kinder

!« Was aus dem Munde eines anderen wie ein pathetischer Allgemeinplatz geklungen hätte,

erhielt durch Kostolanys eigene Erfahrung Gewicht

Seine Eltern hatten ihn im Alter von achtzehn Jahren zu einem befreundeten Börsenmakler nach Paris in die Lehre geschickt

Dank dieser Ausbildung konnte ihr jüngster Sohn André ihnen später,

nachdem sie durch den Krieg und den Kommunismus alles verloren hatten,

einen angenehmen Ruhestand in der Schweiz finanzieren

den er seinem Publikum aus dem durch Budapest fahrenden Audi A8 gab

Ein Grundsatz,

den er beherzigt und (fast) bis zum Schluss gelebt hat

André Kostolany genoss das Leben in vollen Zügen

Er liebte die klassische Musik

Über 100 Mal sah er Wagners Meistersinger von Nürnberg und den Rosenkavalier von Richard Strauss,

den er zu seiner großen Freude noch persönlich kennen lernen durfte

Klassische Musik zu hören,

eine gute Zigarre zu rauchen und über die Börse nachzudenken,

bereitete ihm größtes Vergnügen

Nur die Zigarre ließ er aus gesundheitlichen Gründen später weg

genoss aber nicht nur das angenehme Leben,

So wie sein Publikum ihn brauchte,

Es gab ihm die Bestätigung und hielt ihn jung

»Geistige Gymnastik« war seine Antwort auf die immer wieder in Interviews und Diskussionen gestellte Frage nach seiner Vitalität

Doch er wusste,

daß mit zunehmendem Alter Musik hören und nachdenken im Kampf gegen die Senilität nicht mehr

Er forderte sich,

hielt 1998 noch über dreißig Vorträge,

trat in verschiedenen Fernsehsendungen auf und gab diverse Interviews

Zwar wurde die Anreise per Flugzeug,

Bahn oder Auto,

einschließlich des letzen Fußweges auf die Bühne,

die ihm die Vortragsveranstalter stets zur Verfügung stellten,

nahm der »Herr« Kostolany bis zuletzt nicht in Anspruch

Hatte er mit beiden Händen das Rednerpult fest im Griff,

und es folgten 60 bis 90 mitreißende,

Immer häufiger gab es anschließend Standing Ovations

André Kostolany ist zur Kultfigur zweier BörsianerGenerationen in Deutschland geworden

Star-Allüren blieben ihm trotzdem fremd

Auf die Autogrammwünsche junger Leute entgegnete er ungläubig: »Ich bin doch kein Rockstar«,

bevor er dem Wunsch nachkam und auf Eintrittskarte,

Geldschein oder T-Shirt unterschrieb

War er nicht als Wanderprediger der Börse,

lebte er in Paris bei seiner Frau oder in seiner zweiten Heimat München

Dort angekommen führte ihn sein Weg mittags ins Café in der Hypo-Passage

Abends ging es zu seinem Stammitaliener ROMA auf der Maximilianstraße oder in den Austernkeller

Die seiner Ansicht nach beste Küche aber fand er – wie soll es anders sein – in Paris

Mittags bei Chez André auf der Rue Marbœuf

In diesem Bistro gebe es die besten Austern der Stadt,

Als Dessert die Tarte Chocolade oder Millefeulle

Anschließend führte ihn sein Weg in das berühmte Café Fouquet’s auf den Champs-Élysées,

wo er abgesehen von den Kriegsjahren seit 1924 Stammgast war

Nachmittags hielt er regelmäßig Siesta,

bevor es am Abend in eine der berühmten Brasserien der Stadt ging

Besonders liebte er das La Coupole im Stadtteil Montparnasse,

dessen berühmte heiße Tage er in den Dreißigerjahren noch miterlebt hatte

André Kostolany hat sich seit 1917 ununterbrochen mit Geld

und Börse beschäftigt und war dennoch kein Materialist

Nicht das Geld,

das er bei Spekulationen einstrich,

sondern mit seiner Überlegung Recht bekommen zu haben,

Er bezeichnete sich selbstbewusst als Spekulant

Für ihn war Spekulation eine intellektuelle Herausforderung

Er hatte zu Geld einen gesunden Abstand,

seiner Ansicht nach die Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Spekulanten

Kosto war weder geizig noch schmiss oder protzte er mit dem Geld herum

Geld war für ihn Mittel zum Zweck

Es bot ihm Hilfe in jener Notsituation,

als er vor den Nazis aus Paris flüchten mußte,

die beste medizinische Versorgung,

was er besonders in seinen letzten Monaten zu schätzten wusste,

ein angenehmes Leben zu führen

Reizte den Musiknarren Kostolany eine Oper oder ein Konzert besonders,

flog er auch für nur einen Abend nach Mailand in die Scala

Konnte man ohne große Mühe etwas sparen,

So tauschte er regelmäßig die First-Class-Tickets,

die ihm manche Vortragsveranstalter schickten (als es die First-Class noch auf allen Flügen gab),

in zwei Economy-Tickets um und zweigte so einen Privatflug ab

Er sei so schlank,

daß er die breiten Sitze ohnehin nicht ausfüllen könne,

Vor allem aber genoss der Weltbürger Kostolany die finanzielle Unabhängigkeit,

Sie war für ihn nach der Gesundheit das wichtigste Gut und der größte Luxus: die Unabhängigkeit,

(fast) alles tun und alles sagen zu können,

und nichts tun und sagen zu müssen,

Vor allem der Kolumnist Kostolany liebte seine Unabhängigkeit – im Kampf gegen die Schwindelfonds der IOS in den 70er-Jahren,

gegen die Goldlobby in den 80er-Jahren und die Bundesbank und den Neuen Markt in den 90er-Jahren

Welchen Kampf er auch immer führte,

er war stets »Überzeugungstäter«

Die von manchen seiner Kritiker geäußerte Vermutung,

Popularität zu erhöhen,

Wer ihn wie ich persönlich gut kannte,

daß er auch im Dialog mit gleicher Vehemenz für seine Überzeugung stritt wie in seinen Kolumnen und Vorträgen

Auf die Frage einer Journalistin,

ob er noch einmal zwanzig Jahre alt sein wolle,

? Achtzig Jahre möchte ich sein,

dann hätte ich noch zehn Jahre,

um gegen die Bundesbank zu kämpfen

« Lange vor Oskar Lafontaine bekannte Kostolany: »Mein Herz schlägt links«,

doch der Satz ging bei ihm weiter: »Doch mein Kopf ist rechts und meine Brieftasche schon längst in Amerika

« Seine jahrzehntelange Börsenerfahrung hatte ihn gelehrt,

daß in der Wirtschaft Praxis und Theorie weit auseinander liegen

Die Kunst über Geld nachzudenken ist das letztes Vermächtnis André Kostolanys

Vom Beginn des Jahres 1999 bis zu seinem Tod bildete die Arbeit an diesem Buch das Zentrum seines Schaffens

An seine Pariser Wohnung gefesselt,

konzentrierte er alle Kräfte auf dieses Projekt

Nur das Vorwort,

das jeder Autor kurioserweise zum Schluss schreibt,

Besonders die neue,

durch den Börsengang der Deutschen Telekom geschaffene Börsianer-Generation lag ihm am Herzen

Ausdrücklich begrüßte er die zunehmende Akzeptanz der Aktienanlage in Deutschland,

doch besorgte ihn zugleich die sich ausbreitende Spielwut

Mit dem vorliegenden Buch wollte Kostolany für sein Verständnis von Anlage und Spekulation werben,

das sich für ihn nicht in Daytrading,

Echtzeit,

Realtime oder Stop-loss erschöpfte

In der Einführung seines Buches Bilanz der Zukunft gestand er,

daß er seit einigen Jahren nicht mehr zur Börse gehe,

der Allmächtige könne ihn dort entdecken und denken: »Was,

der alte Kosto ist immer noch da

ich kann ihn hier auch gut brauchen

Seine alten

Kollegen warten schon auf ihn,

und sein Platz am Stammtisch ist noch frei

« Wenn ihn der Herr aber irgendwann zu sich hole,

dann würde es ihn mit Glück erfüllen,

Schüler und Leser sagen höre: »Der Kosto hat doch Recht gehabt

du hast bereits Platz genommen und wirfst dieser Tage einen Blick auf die Börsen

Dann wirst du sehen,

Bremen,

im Dezember 1999 Stefan Riße*

Stefan Riße war enger Freund und häufiger Begleiter André Kostolanys

Er ist freier Finanzjournalist und schreibt eine Kolumne für das Printmagazin Die Telebörse

Die Faszination des Geldes Geld und Moral Von Aristoteles über Franz von Assisi (dem Apostel der Armut) und Marx bis Johannes Paul II

haben die Denker eine Frage immer wieder leidenschaftlich erörtert: Ist der Drang nach Geld moralisch vertretbar und gerechtfertigt

? Einig wurden sie sich freilich nie,

doch waren alle gleichermaßen vom Geld und seiner Wirkung fasziniert

Die einen fühlten sich abgestoßen,

Sophokles sieht im Geld die Verkörperung des Bösen,

während Emile Zola in seinem von mir so geliebten Roman Das Geld die Frage stellt: »Warum sollte das Geld an allen Unsauberkeiten,

?« Ein objektives Urteil ist und bleibt unmöglich

Es hängt von der philosophischen Einstellung und auch der materiellen Situation jedes Einzelnen ab

Denn die Motivation,

den Drang nach Geld für unmoralisch zu erklären,

erwächst bei vielen aus Neid und nicht aus dem Wunsch nach Gerechtigkeit

Doch unabhängig von der Beantwortung der Frage ist eines wohl unbestritten: Der Drang nach Geld ist die Triebfeder des wirtschaftlichen Fortschritts

Die Chance,

Geld zu verdienen,

den Fleiß und die Risikobereitschaft jedes Einzelnen frei

Der Philosoph mag fragen,

was wir damit erwerben können,

denn wirklich glücklicher macht

Sind wir aufgrund von Computern,

Fernsehern,

Autos etc

glücklicher als die Menschen vor 500 Jahren,

weil man nicht vermissen kann,

Eines aber ist sicher: Ohne den wirtschaftlichen Fortschritt,

der auch verantwortlich für den Fortschritt in der Medizin ist,

säße ich heute nicht hier und

würde mit 93 Jahren an meinem dreizehnten Buch schreiben,

ein Umstand der mich außerordentlich glücklich macht

Ich will nicht behaupten,

das kapitalistische Wirtschaftssystem,

das auf dem Drang nach Geld aufgebaut ist,

aber geben wir zu – ein verdammt guter Betrug

Der Unterschied zwischen Kapitalismus und Sozialismus ist einfach erklärt: ein großer Kuchen,

daß die gerechten Stücke des kleinen Kuchens viel winziger sind als die kleinsten Stücke des großen Kuchens

Jeder kann für sich entscheiden,

Die Welt hat sich bis auf weiteres für den großen Kuchen entschieden

Wahrscheinlich,

weil das kapitalistische Wirtschaftssystem dem menschlichen Naturell viel näher ist

Denn auch der Sozialismus hat den Drang nach Geld nicht beseitigen können

Ich erinnere mich noch,

als ich 1946 nach dem Krieg nach Budapest fuhr

In Amerika herrschte ein aufgeheizter übersteigerter Kapitalismus

Auf Partys ging es nur um ein Thema: Geld

Nicht was jemand war,

sondern nur was man verdiente und besaß war von Bedeutung

Und dann erlebte ich den krassen Gegensatz in Budapest

Dort sprach man nur über das,

was die Leute machten und mit welchem Erfolg sie es taten

Der eine komponierte erfolgreich,

der andere hatte einen Bestseller geschrieben

Der Nächste war anerkannter Wissenschaftler etc

Dieses Klima gefiel mir deutlich besser,

doch ein Freund klärte mich auf: »Niemand spricht über Geld,

« Da aber wenig Hoffnung bestand,

in den begehrten Besitz zu kommen,

sprach man lieber nicht darüber

Geld – der Wertmaßstab der freien Welt Es besteht natürlich ein Unterschied zwischen dem Drang,

Geld zu besitzen,

Geld zu verdienen

Der Besitz von Geld bereitet die verschiedensten Freuden

Es gibt die,

die bereits das Geld an sich glücklich macht

Ich kannte einen Mann,

dessen Lieblingszeitvertreib es war,

auf seinen Bankauszügen die Zahlen zu addieren

Dann gibt es auch diejenigen,

die zwar vieles Schönes und Teures erwerben könnten,

weil ihnen der Gedanke genügt,

Sie spüren die Radioaktivität des Geldes – und das macht sie schon glücklich

Ich hatte einen Freund,

wenn er das Wort Geld aussprach,

seine Brieftasche durch den Stoff des Jacketts streichelte,

daß alle Genüsse des Lebens im Scheckbuch kondensiert seien

Ein anderer erzählte mir,

wenn er Kasse machte und sie sehr positiv war,

Glücklicherweise gibt es aber auch Leute,

daß sie mit ihrem Geld etwas kaufen können,

Sie wollen das Leben genießen

Sie begnügen sich nicht mit dem Studium einer Speisekarte,

Gäbe es diese Spezies nicht,

denn sonst würden wir in einer permanenten Deflation leben

Einer ihrer Vertreter war der Poet Josef Kiss,

ein wahrer Intellektueller und für mich der ungarische Heinrich Heine

Folgende Anekdote wurde über ihn erzählt: Auf dem Weg in die Bank,

wo Kiss üblicherweise seine Unterstützung erhielt,

sah er im Schaufenster eines luxuriösen Lebensmittelgeschäfts eine wunderbare Ananas

Herr Poet

« Das kann ich mir nicht leisten,

Auf dem Rückweg kommt er wieder an dem Geschäft vorbei und dieses Mal erliegt er der Verlockung und kauft die Ananas

Auch der Geheimrat Leo Lanczy,

Generaldirektor des Bankhauses,

hatte am Vormittag die Ananas im Schaufenster gesehen

Nachmittags geht er hin und möchte sie kaufen

der Herr Kiss war da und hat sie gekauft

meint der Generaldirektor und geht davon

Bei der nächsten Gelegenheit,

als Kiss wieder einmal in der Bank seine Unterstützung abholt,

kommt der Geheimrat und mosert ihn an: »Sagen Sie,

Herr Poet,

Sie schnorren bei uns hundert Forint und dann gehen Sie hin und kaufen sich gleich eine Ananas dafür

?« »Aber Herr Generaldirektor«,

»habe ich keine hundert Forint,

Habe ich hundert Forint,

Wann soll ich mir denn dann eine Ananas kaufen

?« Diese Frage stelle ich auch den deutschen Politikern,

Champagner statt Coca-Cola zu trinken

Für viele bedeutet Geld auch Macht und Statussymbol: Es bringt ihnen Freunde,

Heuchler,

Neider,

Komplimente und zieht Schmarotzer an

Sie sind vom Geld fasziniert,

daß es viele andere fasziniert

Geld kann aber auch eine Entschädigung für Miseren sein,

zum Beispiel physische Behinderung,

Hässlichkeit und so weiter

Oder es tröstet einen,

der gesellschaftliche Ambitionen hat,

seiner bescheidenen Herkunft wegen aber daran gehindert ist

Geld kann ihm die Ahnen ersetzen

Elsa Maxwell machte in den heroischen Jahren des amerikanischen Aufschwungs dadurch eine glänzende Karriere,

daß sie die neuen amerikanischen Millionäre irischer Abstammung,

die von den superfeinen »Mayflower«Amerikanern nicht akzeptiert wurden,

Aristokraten zusammenbrachte

Diese neuen Millionäre fühlten sich plötzlich durch ihren Umgang mit den Earls und Dukes dem steifen amerikanischen Geldadel ebenbürtig,

und die Millionen der Neureichen faszinierten gleichzeitig den Adel,

Für andere bedeutet Geld medizinische Versorgung,

Gesundheit und ein längeres Leben

Mit fortschreitendem Alter weiß ich diesen Vorteil des Geldes zunehmend mehr zu schätzen

Vor allem aber verschafft Geld Unabhängigkeit,

für mich neben der Gesundheit das größte Privileg

Wer kein Geld besitzt,

Die meisten Menschen tun es,

um ihr tägliches Auskommen zu haben,

um in den Besitz von Geld zu kommen oder diesen zu vergrößern

Schopenhauer sagte: »Geld ist wie Meerwasser,

« Für viele aber macht nicht der Besitz,

sondern das Verdienen des Geldes den eigentlichen Reiz aus

Wenn mir eine Spekulation glückt,

dann freue ich mich in erster Linie nicht über das Geld,

mit meiner Idee gegen die Meinung der anderen Recht bekommen zu haben

Auch der Roulettespieler genießt das Gewinnen

Aber schon sein zweitgrößter Genuss ist das Verlieren,

denn sein Vergnügen ist der Nervenkitzel,

Für Intellektuelle und Künstler bedeutet Geld verdienen neben den praktischen Vorteilen die Anerkennung ihrer Leistung

Es gibt Maler,

Schriftsteller und Musiker,

Dennoch werden sie versuchen,

Bücher oder Kompositionen den maximalen Betrag zu erzielen

Auch ich habe diese Erfahrung gemacht

Wenn meine Bücher sich gut verkaufen,

freue ich mich weniger über das zehnprozentige Autorenhonorar sondern über den zehnfachen Preis,

Leser dafür zu opfern bereit waren

Einer meiner alten Freunde kaufte über Strohmänner Bilder seiner Frau,

damit sie als Malerin die offizielle Anerkennung bekam,

die ihr seiner Meinung nach zustand

Und selbst die reichste schöne Frau wird für Modellfotos die höchstmöglichen Honorare fordern,

wie begehrenswert sie tatsächlich ist

Ich werde nie vergessen,

wie die große MaxReinhardt-Schauspielerin Lili Darvas,

ich habe sie persönlich gut gekannt,

jetzt werde ich mich aufreizend anziehen und auf dem Boulevard spazieren gehen,

Denn umsonst ist jede Frau schön

!« Ich halte es im Gegensatz zu den meisten auch nicht für verwerflich,

wenn sich eine Frau in einen Mann wegen seines Geldes verliebt

Das Geld ist Ausdruck seines Erfolges und von diesem ist sie fasziniert

Wie viel Geld braucht man,

Es hängt davon ab,

wie man »Millionär« definiert

»Er ist ein schwerer Millionär« sagten einst die Wiener,

wenn jemand hunderttausend Gulden besaß

Für sie war der Millionär nicht der,

der mindestens eine Million besitzt,

Auch heute bedeutet,

ein Millionär in Deutschland etwas vollkommen anderes als ein Millionär in Italien

Während in Italien der einfache Millionär ein armer Mann ist,

gilt er in Deutschland als reich

Der amerikanische Millionär ist nochmals fast doppelt so reich wie sein deutscher Kollege,

und nach der kompletten Umstellung auf den Euro werden in Europa die meisten Millionäre wieder verschwunden sein

Trotzdem wird man sie auch weiterhin so bezeichnen,

weil der Begriff heute genau wie im Wien von damals für den Krösus steht,

der sich so ziemlich alles leisten kann

Nach meiner Definition ist der Millionär derjenige,

der dank seines Kapitals von niemandem abhängig ist,

um seine Ansprüche zu befriedigen

Er braucht nicht zu arbeiten und sich weder vor dem Chef noch dem Kunden zu beugen

Er genießt den Luxus,

Goethes Götz zitieren zu können

Der Mensch,

der so lebt ist der wahrhaftige Millionär

Der eine braucht dazu 500 000,

ein anderer fünf Millionen Dollar

Es hängt von den persönlichen Ansprüchen und Verpflichtungen ab

Derjenige,

der die Musik zu seiner Leidenschaft gemacht hat,

wird weniger Geld benötigen als der Sammler wertvoller Oldtimer

Ist man allein stehend oder hat man eine große Familie zu versorgen

? Wie anspruchsvoll ist die Ehefrau

? Liebt sie schlichte Kleider oder Pelze und Juwelen

Oder hat sie sich vielleicht in ihr Bankkonto verliebt,

dann wird ihr Mann nach meiner Definition nie Millionär sein

Autos und Schmuck haben ihre Grenzen und irgendwann tritt eine Sättigung ein

Nicht aber beim Konto,

es ist eine Art Fass der Danaiden

Das richtige Verhältnis zum Geld Geld geht zu dem,

der es leidenschaftlich begehrt

Er muß vom Geld hypnotisiert sein wie die Schlange von ihrem Beschwörer

Doch er muß auch einen gewissen Abstand haben

In einem Satz: Man muß das Geld heiß lieben und kalt behandeln

Und man darf dem Geld nicht nachlaufen,

sondern muß ihm entgegengehen,

Das gilt besonders an der Börse,

wo man den steigenden Kursen nicht hinterherlaufen darf,

sondern den fallenden Kursen entgegengehen muß

Die Leidenschaft zum Geld kann aber auch zu krankhaftem Geiz oder zu krankhafter Verschwendungssucht führen

Der eine ist süchtig,

Besonders der Geiz treibt manchmal verrückte Blüten

Der mehrfache Milliardär Paul Getty,

damals der reichste Mann Amerikas,

seine Gäste zum Telefonieren in die Telefonzelle zu schicken

An meinem Caféhaustisch ging einmal die Debatte,

wer wohl der geizigste Mann in ganz Budapest sei

Baron Herzog,

der König der Tabakhändler auf dem Balkan,

Kunstsammler und Museumsbesitzer,

Es wurden sogar Wetten abgeschlossen und irgendwie warteten wir alle auf eine günstige Gelegenheit,

um diese Frage ein für alle Mal endgültig zu klären

Dann kam die Gelegenheit: die Sammlung für das Rote Kreuz

Einer der Sammler begegnete zufällig beiden zusammen

Er reichte zuerst Baron Herzog die Büchse,

der umständlich aus seiner Geldbörse die kleinste existierende Münze hervorkramte und sie mit lässiger Bewegung in den Behälter warf

Dann kam der große Augenblick der Entscheidung: Wie viel mehr oder weniger würde Ludwig Ernst geben

? Er überlegte nur eine halbe Sekunde und sagte dann wie selbstverständlich: »Wir sind

Es war für uns beide

!« Noch zynischer war ein reicher Börsenmakler namens Marcel Fischer,

der Vater eines meiner Schulkollegen

Eines Tages hört er in seinem kleinen Büro,

wie sein Prokurist aufgeregt herumschreit: »Nein,

Machen Sie,

« Fischer stürzt aus seinem Büro und fragt: »Was schreien Sie denn so,

Herr Prokurist

?« »Der Schnorrer Grün war da und wollte uns um eine Spende angehen

« »Und was haben Sie mit ihm gemacht

?« »Hinausgeworfen und gesagt,

« »Dann laufen Sie ihm schnell nach und bringen Sie ihn wieder her«,

als der Prokurist ihn zurückruft,

Vielleicht fällt ja doch noch etwas ab

Grün kommt ins Büro,

Fischer öffnet den Geldschrank und sagt: »Sehen Sie die vollgestopften Schubladen,

Herr Grün

? Was hat mein Prokurist gesagt

Wir haben Geld,

!« Schön ist auch die Geschichte von Herrn Blau,

der seinen Freunden im Kaffeehaus vorstöhnt: »Meine Frau will immer wieder Geld von mir

« Um dem Gejammer ein Ende zu bereiten,

fragt einer seiner Kumpel: »Was macht sie denn mit dem vielen Geld

« Die Figuren in diesen Geschichten waren der Zahl nach zwar alle Millionäre,

doch bin ich der festen Überzeugung,

daß man durch übersteigerten Geiz nicht zum Millionär werden kann,

weder materiell noch intellektuell

Wer zu sehr an seinem Geld klebt,

Das ist doch das Problem der Deutschen,

die ihre heilige Mark anbeten und deshalb Milliarden auf dem Sparbuch liegen haben

Und die Bundesbank hat mit ihrer viel zu geizigen Geldpolitik ein zweites deutsches Wirtschaftswunder bisher verhindert

Millionär zu sein bedeutet unabhängig zu sein

Der totale Geizhals wird jedoch nie unabhängig sein,

weil er unter dem Diktat seiner Sparsucht steht

Er kann sich das teure Auto weder kaufen noch sich daran erfreuen,

es jederzeit kaufen zu können

Allein der Gedanke,

Geld auszugeben,

Und der Verschwendungssüchtige

? Er lebt das Leben in vollen Zügen,

doch auch er ist nicht unabhängig

Weil er sämtliches Geld ausgibt,

So ist er abhängig von seinem Chef oder den Kunden,

Die richtige Einstellung zum Geld liegt irgendwo zwischen den beiden Extremen

Doch sie allein macht noch keinen Millionär

Millionär in kurzer Zeit Nach meiner Erfahrung gibt es drei Möglichkeiten,

durch eine glückliche Geschäftsidee

Natürlich kann man auch durch eine Erbschaft oder einen Lottogewinn schnell zum Millionär werden,

doch lässt sich dies im Gegensatz zu den vorher genannten drei Methoden nicht steuern

Unzählige Frauen und auch unzählige Männer wurden durch ihre Eheschließung zu Millionären,

ich könnte Hunderte von Beispielen aufzählen

Mit dem Reichtum durch eine glückliche Geschäftsidee wird gegenwärtig wohl kein Name mehr assoziiert als der von Bill Gates

Mit einer Idee und dem richtigen Gespür hat er es geschafft,

in drei Jahrzehnten zum reichsten Mann Amerikas zu werden

Oder denken wir an Sam Walton von Wal Mart oder den Gründer von McDonald’s

Mein Landsmann,

der geniale Ingenieur Ernö Rubik,

wurde mit der Erfindung des Zauberwürfels vor rund zwanzig Jahren zum ersten Millionär des Ostblocks

Die Idee allein reicht jedoch nicht aus,

der Erfindergeist muß auch mit dem nötigen Geschäftssinn verquickt sein

Der Apotheker,

der die Rezeptur für Coca-Cola entwickelte,

erlöste beispielsweise nur ein paar Dollar für die Grundlage der heute weltweit bekanntesten Marke

Viel mehr kann ich über den Reichtum durch eine kluge Geschäftsidee aber kaum sagen,

denn mein Feld war immer die dritte und letzte Möglichkeit,

Millionär in kurzer Zeit zu werden – die Spekulation

Eine Kunst,

und keine Wissenschaft Ich spekulierte schon in allen Werten,

Währungen und Rohstoffen,

Kassa und Termin,

Frankfurt,

Zürich,

London,

Buenos Aires,

Johannesburg oder Schanghai

Ich spekulierte in Aktien,

Staatsanleihen,

inklusive denen der kommunistischen Länder,

Währungen – egal ob sie stabil waren oder floateten –,

in dem Leder meiner Schuhsohlen,

in Sojabohnen und allen Getreidesorten,

in dem Gummi meiner Autoreifen,

in Eiern und Frühstücksspeck,

ob sie nun edel oder unedel waren

Doch ich war kein Preistreiber,

da ich nicht nur darauf spekuliert habe,

Kurz gesagt,

wie sich der Wind drehte oder die Wirtschaft und die politische Lage es verlangten,

in Hochkonjunktur und Depression,

Inflation und Deflation,

Auf- und Abwertungen,

und ich habe sie alle überlebt

Seit 1924 gab es keine Nacht,

in der ich nicht ein Börsenengagement gehabt hätte

Spekulant,

das bin und bleibe ich Viele Journalisten nennen mich einen Börsenguru,

doch dieses Prädikat habe ich nie akzeptiert

Ein Guru ist unfehlbar,

und das bin ich bestimmt nicht

Ich bin nur ein sehr alter,

Was morgen sein wird,

Und das ist schon eine ganze Menge,

denn viele meiner Kollegen wissen doch nicht einmal das

Und meine achtzigjährige Börsenerfahrung hat mich vor allem eines gelehrt: Spekulation ist eine Kunst und keine Wissenschaft

Genau wie in der Malerei muß man auch an der Börse für Surrealismus Verständnis haben

Manchmal stehen die Beine oben und der Kopf unten

Und wie bei den Impressionisten sind die Konturen nie ganz klar zu erkennen

Wie der berühmte amerikanische Finanzier,

Staatsmann und persönliche Finanzberater von vier amerikanischen Präsidenten,

Bernard Baruch,

bezeichne ich mich selbstbewusst als »Spekulant

« Ich verstehe die Bezeichnung im noblen Sinne des Wortes

Für mich ist der Spekulant der intellektuelle,

mit Überlegung handelnde Börsianer,

der die Entwicklung der Wirtschaft,

der Politik und der Gesellschaft richtig prognostiziert und davon zu profitieren versucht

Und wie wird man zum Spekulanten

? Etwa so wie ein Mädchen zum ältesten Beruf der Welt kommt

Sie beginnt aus Neugier,

dann macht sie es zum Spaß und am Schluss nur noch fürs Geld

Spekulant zu sein ist ein herrlicher Beruf,

wenn man sich wie ich noch immer in der zweiten Phase befindet

Zugegeben,

er gehört ganz sicher nicht zu den bürgerlichen Berufen und schon gar nicht verspricht er sicheren Erfolg,

doch er bedeutet jeden Tag aufs Neue eine intellektuelle Herausforderung und ständige geistige Gymnastik,

die ich in meinem Alter umso mehr brauche

Leider gibt es von dieser Spezies immer weniger Exemplare

Die meisten Börsenteilnehmer zocken wild und ohne jede Überlegung hin und her

Sie haben aus vielen Börsen längst ein Spielkasino gemacht

In einem meiner vorherigen Bücher bekannte ich: Finanzminister sein: Kann ich nicht

Bankier sein: Will ich nicht

Spekulant und Börsianer,

! Am Posten des amerikanischen Finanzministers war ich jedoch näher dran,

Anfang der Vierzigerjahre lebte ich in New York

Ich war als wohlhabender junger Börsianer vor den deutschen Truppen aus Paris geflohen

Doch nachdem ich mir das Land angesehen hatte,

Immer nur lesen,

Musik hören und ins Theater zu gehen füllte mich nicht aus

So beschloss ich,

Auch ohne Gehalt,

da ich gut von den Zinsen meines Kapitals leben konnte

Ich hielt es für die beste Idee,

Sachs & Co

Sie ist heute 130 Jahre alt und die reichste Firma an der Wall Street

Sehr freundlich empfing mich damals Walter Sachs,

ein entzückender älterer Herr

Er machte mich gleich mit dem Personalchef bekannt

Ich trug beiden mein Anliegen vor

Ich sei aus Europa vor Hitler geflohen,

ausgestattet mit relativ viel Kapital,

besonders für einen jungen Mann

Ich brauchte keine materielle Hilfe,

wollte aber gern bei einer so vornehmen Firma wie Goldmann,

Sachs & Co

mit dem internationalen Finanzmarkt in Verbindung treten

Mit dieser Bemerkung besiegelte ich mein Schicksal

Einige Tage später traf die Antwort ein: NEIN

! Sie könnten mit jungen Leuten,

die selbst schon viel Geld besäßen,

Nur solche jungen Menschen würden eingestellt,

die um jeden Preis hochkommen wollten

Wäre ich ein armer,

hilfloser Flüchtling gewesen,

hätten sie mich wahrscheinlich genommen

So nahmen

sie einige Zeit später einen anderen jungen Mann,

Sachs & Co

Partner wurde

Sein Name war Robert Rubin,

und heute ist er erfolgreicher Finanzminister der USA,

der Budgetüberschüsse verteilen darf

Die Geschichte erinnert mich an den reichen Grün

Als armer Mann bewarb er sich auf eine Anzeige hin um eine Stellung als Tempeldiener in Wien

Doch mußte auch ein Tempeldiener zu jener Zeit schreiben und lesen können

Da Grün jedoch Analphabet war,

In seinem Kummer benutzte er das kleine Trostgeld,

das er für seine Reise bekommen hatte,

In Chicago machte er Geschäfte

Mit den ersten kleinen Ersparnissen schuf er dann ein Unternehmen,

das mit der Zeit immer größer und größer wurde

Ein Großkonzern kaufte ihm sein Unternehmen ab,

und bei der Vertragsunterschrift kam die große Überraschung: Grün konnte nicht unterschreiben

sagte der Anwalt des Käufers,

»was wäre aus Ihnen geworden,

wenn Sie lesen und schreiben könnten

!« Ich konnte lesen und schreiben und blieb dennoch ein Spekulant

Doch bereut habe ich es nie

Mein Börsenzoo Spekulation – so alt wie die Menschheit

! Spekulation gab es schon lange bevor es die Börse gab

Die von manchen Sozialisten gehegte These,

erst das kapitalistische Wirtschaftssystem habe den Menschen zum Spekulanten gemacht,

Sie wird bereits in der Bibel widerlegt

Die erste geschichtlich übermittelte Spekulation war die von Joseph von Ägypten,

der sich halsbrecherischen Spekulationen hingab

Der ebenso begabte wie einsichtige Finanzberater des Pharao zog aus dessen Traum von den sieben fetten und sieben mageren Jahren die richtigen Konsequenzen

Während der fetten Jahre speicherte er große Getreidevorräte,

um sie dann während der folgenden mageren Jahre zu hohen Preisen wieder auf den Markt zu bringen

Allerdings weiß man bis heute nicht,

ob er schon vor viertausend Jahren der Vater der Planwirtschaft wurde,

um das spätere Erntedefizit zu decken,

oder ob er nur schlicht und einfach – honi soit qui mal y pense – der erste Spekulant der Geschichte war,

um sie später teuer zu verkaufen

Im alten Athen spekulierte man mit Münzen

Die Geldleute wurden Trapezoi genannt,

weil sie hinter einem kleinen trapezförmigen Tischchen saßen und darauf ihre Geldstücke zur Schau stellten

Genau wie heute

Man könnte in diesem Namen auch ein Symbol sehen

Sind nicht die Akrobaten des Geldwesens wahrhafte Trapezkünstler

? Die gewagten Geschäfte eines dieser antiken Finanzakrobaten hatten eine Reihe von finanziellen Katastrophen und Preisstürzen ausgelöst

Sein Name Phormion ist zwar nicht

aber er gab dem größten Redner des Altertums,

Anlass zur ersten leidenschaftlichen Verteidigungsrede für die Spekulation – sicherlich ohne die berühmten Kieselsteine im Mund

Auch im alten Rom,

dem Finanzzentrum des Mittelmeerraums,

Man spekulierte groß in Getreide und Waren

Die leidenschaftliche Politik Catos,

der die Zerstörung Karthagos betrieb,

hat den Spekulanten seiner Zeit viel Kummer bereitet

Karthago war die Kornkammer der damaligen Welt,

und als die Soldaten des Generals Scipio in die zerstörte Stadt einzogen,

plünderten sie die Lagerhäuser und Silos

Rom fielen Tausende von Tonnen Getreide in die Hände,

zusätzlich zu seiner eigenen Ernte

Die Preise kamen zunächst ins Gleiten und stürzten schließlich senkrecht in die Tiefe

Viele Spekulanten verloren dabei ihr Vermögen

Man sprach schon von Zahlungsschwierigkeiten einiger Stammgäste des Forum Romanum

(Ein Vergleich mit den Jahren 1081/82 liegt auf der Hand

Die amerikanische Hochzinspolitik verursachte einen Riesenkrach in allen Rohstoffen,

und Hunderte von Firmen wären zahlungsunfähig geworden,

hätten die Regierung und andere Mammutunternehmen sie nicht unterstützt

) Auf dem Forum versammelten sich die reichen Bürger in der Nähe des Janustempels,

um ihre Geschäftstransaktionen zu besprechen

Und hier holte sich Dr

Cicero,

der prominenteste Anwalt seiner Zeit,

die Tipps für seine verschiedenen Spekulationen in Grundstücken,

Münzen und Waren

Nach einigen Finanzabenteuern ist es ihm gelungen,

ein ansehnliches Vermögen zusammenzubringen

Durch seinen Ruhm und seine Persönlichkeit hat er der Spekulation in Rom Auftrieb verliehen

Er sagte schon damals,

das Geld sei der Nerv der Republik,

daß die Spekulation der Motor der Vermögensbildung sei

Und er handelte auch danach

Täglich traf er auf dem Forum Roms Hochfinanz und durchreisende Kaufleute

Er spekulierte mit Grundstücken sowie

Bauprojekten und mit Beteiligungen an Steuerpächtern,

eine damals sehr beliebte Investition

Als Senator kam er leicht an Insider-Informationen über die römische Stadtplanung,

was ihm bei seinen Spekulationen äußerst hilfreich war

Doch zur Familie der Spekulanten gehörten noch viele andere berühmte Persönlichkeiten der Geschichte

Auch Sir Isaac Newton,

der unsterbliche Entdecker der Gravitationsgesetze,

hat sich in der Börsenspekulation versucht

Allerdings mit Misserfolg,

sodass er schließlich sogar verboten hat,

das Wort Börse vor ihm auszusprechen

Voltaire plauderte mit seiner Freundin stundenlang über Wertpapiere und Geld

Er spekulierte auch in Getreide und Grundstücken

Berühmt wurde er dann als spekulativer Devisenschieber: Während des Erbfolgekrieges wurde in Sachsen eine Bank gegründet,

die den Krieg mit Notenemissionen finanzieren sollte

Nach dem Krieg verloren diese Noten 40 Prozent ihres Wertes

Friedrich der Große forderte aber eine hundertprozentige Einlösung in Silbertalern aller in preußischem Besitz befindlichen Noten

Voltaire ließ diese Noten in Dresden aufkaufen,

sie in Koffern nach Preußen schmuggeln (heute fahren deutsche Sparer mit Koffern nach Luxemburg oder in die Schweiz) und von dort aus durch Strohmänner von Dresden Silbertaler fordern

Beaumarchais,

Casanova,

Balzac waren leidenschaftliche Börsenspieler

Balzac brauchte sehr viel Geld für seinen Lebensstil

Darum schrieb er Romane,

Kurzgeschichten,

Essays,

Und so wurde er auch Spekulant und war häufiger Gast bei Baron Rothschild,

Der Philosoph Spinoza und der Wirtschaftswissenschaftler David Ricardo waren neben ihren wissenschaftlichen Tätigkeiten begeisterte Spekulanten

Und wie könnte ich Lord Keynes,

den größten Nationalökonomen unseres Jahrhunderts,

unter dessen Porträt die britische Regierung folgenden Text setzen ließ: »John Maynard Lord Keynes,

sich ohne Arbeit ein Vermögen zu schaffen

« Er hatte 1932 auf dem Tiefpunkt der großen Wirtschaftsdepression,

die dem legendären Krach von 1929 folgte,

groß in amerikanische Aktien investiert

Durch den dann kommenden Aufschwung wurde er zu einem sehr vermögenden Mann

Er gehört zu den ganz wenigen Volkswirten,

die an der Börse Geld gemacht haben

Solange es den Menschen gibt,

gibt es auch Spekulation und Spekulanten,

das gilt für die Vergangenheit genauso wie für die Zukunft

Wenn ich in einem Satz die Geschichte der Spekulation zusammenfassen wollte,

der »Homo ludens« wurde geboren,

Darum bin ich auch der Überzeugung,

daß nach jeder Börsendepression,

in der die Menschen ein wahrer Ekel vor Aktien und der Börse befällt,

wo alle Wunden der Vergangenheit vergessen sind und die Menschen sich wieder von der Börse anlocken lassen wie die Motten vom Eicht

Und wenn sie es nicht aus eigenem Antrieb tun sollten,

dann sorgt schon die hoch entwickelte Börsenindustrie dafür,

und an erster Stelle der Köder Geld

Ich vergleiche den Spekulanten mit einem Alkoholiker,

der nach einem schweren Rausch am nächsten Tag in seinem Katzenjammer beschließt,

nie wieder ein Glas in die Hand zu nehmen

Aber am späten Nachmittag trinkt er doch wieder einen Cocktail und dann noch einen und noch einen,

und um Mitternacht ist er wieder genauso betrunken wie am Abend zuvor

Spekulieren oder nicht spekulieren

? Soll man sich zwischen den Berühmtheiten einreihen und auch zu einem Spekulanten werden

? Es hängt im Wesentlichen von zwei Dingen ab: den materiellen Verhältnissen und dem Charakter

Zur ersten Voraussetzung habe ich einen Leitspruch geprägt: Wer viel Geld hat,

und wer überhaupt kein Geld hat,

Der letzte Satz ist natürlich nicht ganz korrekt

Eine gewisse Summe braucht man immer,

um eine Spekulation anzufangen

Viel jedoch muß es nicht sein

Vor der Popularisierung der Aktienanlage war in Deutschland die Ansicht weit verbreitet,

die Börse sei nur ein Tummelplatz für Reiche

Das ist vollkommen falsch

Wer die richtige Idee hat,

der kann auch mit einem relativ kleinen Betrag beträchtliche Gewinne machen

Mit überhaupt kein Geld meine ich also einen Betrag,

daß sich damit ohnehin kein Eigenheim finanzieren oder eine Altersvorsorge aufbauen lässt

Wer aber tatsächlich gar kein Geld hat,

der muß zunächst ein wenig arbeiten,

im bürgerlichen Sinne des Wortes

Ich war nach missglückten Börsenabenteuern einige Male so pleite und sogar verschuldet,

wieder als Makler und Berater Provisionen zu verdienen,

um mich aus meiner misslichen Lage zu befreien

Viel Geld hat nach meiner Theorie derjenige,

der bereits für sich und – sofern vorhanden – seine Familie vorgesorgt hat

Damit meine ich die Ausbildung der Kinder,

eine Rente und nach Möglichkeit ein Eigenheim

Wer sich in dieser glücklichen Lage befindet,

kann sich dem intellektuellen Abenteuer der Spekulation stellen und versuchen,

sein Vermögen noch weiter zu vermehren

Er darf nur nicht börsensüchtig werden

Kein Vermögen ist so groß,

daß es sich nicht an der Börse verlieren ließe

Erinnert sei an Nick Leeson,

der es in nur wenigen Tagen geschafft hat,

die renommierte Barings-Bank zu ruinieren,

der seine Autofirma am Spieltisch in Monte Carlo verlor

Ein Familienvater aber,

dessen Einkommen und Vermögen gerade für den Kauf eines Eigenheims und die Ausbildung der Kinder reicht,

Er kann sein Geld anlegen,

wenn er sein Kapital für längere Zeit nicht braucht,

Die zweite materielle Voraussetzung,

die der Spekulant mitbringen muß,

ist die zeitlich unbegrenzte Verfügbarkeit seines Kapitals

Man kann nicht zur Börse gehen und sich sagen,

in den kommenden drei Jahren werden ich mit meinem Geld spekulieren,

und anschließend ein Haus kaufen,

An der Börse kommen die Dinge nie so,

Hat man die richtige Idee,

wird sie sich eines Tages auch auszahlen,

Auch darf man nicht glauben,

durch Spekulation ließe sich ein regelmäßiges Einkommen verdienen

Man kann an der Börse gewinnen,

doch Geld verdienen kann man an der Börse nicht

Ohnehin sind nur die Deutschen so seriös,

von »Geld verdienen« zu sprechen

Die Franzosen gewinnen das Geld (gagner l’argent),

die Engländer ernten es (to earn money),

die Amerikaner machen es (to make money) und wir Ungarn – wir suchen das Geld

Wer die materiellen Voraussetzungen mitbringt,

noch die charakterlichen Eigenschaften eines Spekulanten haben

Eines ist klar,

eine gewisse Risikobereitschaft gehört dazu,

will man sich auf das Börsenparkett wagen

Sichere Börsengewinne gibt es nicht

Gäbe es sie,

dann würde wohl niemand mehr um fünf Uhr aufstehen,

um eine Stunde später mit der Frühschicht am Fließband zu beginnen

Welche Eigenschaften der Spekulant sonst noch braucht,

erfährt der Leser in diesem Buch

Zunächst aber muß ich erklären,

wer nach meiner Definition den Titel Spekulant verdient

Denn längst nicht alle Börsenteilnehmer sind Spekulanten

Makler: Nur der Umsatz zählt Das gilt vor allem für die Börsenmakler,

Market-Maker und Broker

Die Makler und Market-Maker sehen wir laut schreiend herumflitzen,

wenn n-tv live vom Frankfurter oder New Yorker Börsenparkett berichtet

Leider hocken heute immer mehr von ihnen lautlos am Computer und irgendwann wird es das alte Börsenparkett mit seiner ureigenen Atmosphäre wohl gar nicht mehr geben

Die Broker sitzen in den Büros und stehen in Kontakt mit den Kunden,

ihre Aufträge an die Makler weiterzuleiten und vor allem,

um sie zu immer neuen Umsätzen zu animieren

Makler und Broker verdienen nicht an der Kursdifferenz,

die sie ihren Kunden für jede Transaktion berechnen

Wenn sich Broker unterhalten,

reden sie als Erstes über den Umsatz und erst dann über die Tendenz

Man erzählte sich auch folgende Geschichte: Ein Kunde kam zu seinem Broker,

Dieser riet ihm leidenschaftlich,

Als er mit seiner Rede zu Ende war,

daß er eigentlich seine IBM-Aktien verkaufen wolle

»verkaufen – ist auch nicht schlecht

!« Obwohl oder vielleicht gerade weil ich selbst in meinen jungen Jahren Broker war,

schätze ich sie nicht besonders

Die meisten von ihnen sind Dummköpfe

Doch sie sind nötig,

Sie bringen Käufer und Verkäufer zusammen und stellen anhand von Angebot und Nachfrage den Kurs fest

Man könnte das Verhältnis zu ihnen so beschreiben,

wie die Amerikaner es über die Frauen sagen: »You can’t live with them,

and you can’t live without them

Money-Manager: Herrscher über Milliarden Die zweite Gruppe der Berufsbörsianer sind die Geldverwalter

Zu ihnen zählen die Fondsmanager der großen Investmentgesellschaften und die Vermögensverwalter

Sie bewegen Milliarden,

doch genauso wie die Makler arbeiten sie nicht mit ihrem eigenen,

sondern mit dem Geld ihrer Kunden

Sie und ein Heer von ihnen zuarbeitenden Analysten werden dafür bezahlt,

die Erfolg versprechenden Aktien,

Anleihen oder Rohstoffe herauszupicken

Insgesamt betrachtet,

sind sie dabei überaus erfolglos,

denn die wenigsten von ihnen schaffen es,

dauerhaft besser abzuschneiden als der Index,

Finanziers: Die großen Macher Doch auch nicht jeder Börsianer,

der mit eigenen Mitteln operiert,

Da gibt es die ganz großen Finanziers,

die Transaktionen mit Abermillionen und Milliarden durchführen

Der Finanzier steckt ständig bis über beide Ohren in den von ihm initiierten Geschäften,

plant Fusionen und Übernahmen

Besitzt er Anteile an einer Gesellschaft,

wirkt er aktiv auf das Management ein oder feuert es,

Vor lauter Aktivität führt er ein sehr unruhiges Leben

Wenn er Unternehmen gründet,

um sich das notwendige Kapital zu verschaffen

Auch die Kontrolle über jene Gesellschaften,

Sein Ziel bleibt immer eine bestimmte Transaktion,

und seine Käufe oder Verkäufe verursachen große Bewegungen,

die sich auf die ganze Börse auswirken

Arbitrageure: Eine aussterbende Spezies Arbitrage ist die Spekulation im Raum

Spekulation in der Zeit bedeutet,

um zu einem späteren Zeitpunkt teurer zu verkaufen,

um später billiger zurückzukaufen (Leerverkauf)

Im Gegensatz dazu bedeutet Spekulation im Raum,

zum gleichen Zeitpunkt an einem Ort zu kaufen und am anderen zu verkaufen

Dabei muß der Arbitrageur eine Kursdifferenz erzielen,

die die Transaktionsgebühren übersteigt,

Sein Vorteil gegenüber dem klassischen Spekulanten: Er hat keinerlei Risiko

Denn er gibt den Auftrag erst an den Makler,

wenn sich eine für ihn lohnende Kursdifferenz zwischen zwei Börsenplätzen ergibt

Er weiß im Voraus,

wie hoch sein Gewinn sein wird

Dafür muß er sich mit sehr kleinen Gewinnen abgeben und ständig die Kurse beobachten

Die Spezies der Arbitrageure ist heute aber fast ausgestorben

Im Zeitalter der modernen Kommunikationsmittel stehen sämtliche Informationen und Daten zeitgleich in Tokio,

London,

Frankfurt,

New York und durch das Internet mittlerweile auch in jedem Wohnzimmer zur Verfügung

Die Kursdifferenzen sind minimal und werden in Sekundenschnelle ausgeglichen

Allerhöchstens die Makler können noch kleine Differenzen von o,

weil sie außer der Börsengebühr keine Kommissionen bezahlen

Der unabhängige Spekulant wird in der heutigen Zeit keinen Kursunterschied zwischen zwei Börsenplätzen finden,

der auch nur die Hälfte seiner Spesen decken könnte

Das war zu meiner aktiven Maklerzeit anders

Damals herrschte ein reger Arbitragehandel zwischen London und Paris

Hunderte von Wertpapieren wurden an beiden Märkten notiert,

allen voran südafrikanische Goldminen und internationale Ölgesellschaften

Entscheidend für den Arbitrageerfolg war

damals eine schnelle Telefonverbindung

Wer als Erster den Broker in London oder umgekehrt in Paris erreichte,

die sich zwischen beiden Börsenplätzen ergaben,

Manche Arbitrageure bestachen die Telefonistinnen in der Vermittlungsstelle,

automatische Verbindungen gab es noch nicht

Sie schenkten Ihnen Schokolade,

Bonbons oder Parfüm

Manche luden sie sogar zum Essen ein und verliebten sich in sie

So ergaben sich einige Ehen zwischen Spekulanten und Telefonistinnen

Ein Lied wurde damals geprägt

Der Refrain fällt mir noch ein: »Hallo,